GeschichteHeiratenGast seinRegion

Burghof & Pfarrkirche

Blick auf Pfarrkirche und BergfriedIm malerischen Burghof stehen eine Linde mit Rundbank und der ehemals 18 m tiefe Zierbrunnen, der einst die Burgbewohner mit Wasser versorgte, aber nach dem Bau der Wasserleitung (1908) im Jahre 1919 teilweise zugeschüttet wurde, Die jetzige Überdachung ist neu.

Anstelle der heutigen evangelischen Pfarrkirche stand bereits eine Kapelle zum hl. Blasius und Pankratius, bezeugt in der Stiftungsurkunde von Otto von Aufseß an das Kloster Langheim im Jahre 1309.

Bis nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Kapelle von einem Friedhof umgeben. Den Gottesdienst versahen Kapläne, die im ehemaligen Kaplanshaus oberhalb des Mühlentores wohnten.

1430 (Hussiteneinfall), 1525 (Bauernkrieg) und 1633 (dreißigjähriger Krieg) wurde mit der Burganlage auch die Kapelle verwüstet und danach jeweils im Stile der Zeit wiederaufgebaut. Spätestens seit 1593 dient sie dem evangelischen Gottesdienst. Der jetzige Bau wurde unter Christoph Ludwig von Oberaufseß während des Aufsesser Kirchenstreites 1737-42 errichtet. Das Gotteshaus ist in schlichtem Barock gehalten, eine kleine Saalkirche mit hochrechteckigen Fenstern und dreiseitig geschlossenem Chor. Eckquader und Fenstereinfassungen sind seit der letzten Renovierung (um 1980) in Gelb gehalten. Dem Westgiebel sitzt ein mächtiger verschieferter Dachreiter mit Spitzhelm auf (jetziger Turmabschluss nach 1822, zuvor Zwiebelhaube). Darin befindet sich eine von der Vorgängerkapelle stammende Glocke von 1538 und zwei weitere aus dem Jahre 1785.

Blick zum festlich geschmückten AltarDas Kircheninnere überrascht mit stillvoll verzierter Rokoko-Stuckdecke, barockem Gestühl mit Türchen, Kanzel und Säulenaltar mit Gemälde der Kreuzigung.

Über dem Altar erblickt man das Allianzwappen der Stifterin des Altars, Ursula Regina, geb. von Aufseß (1695-1785), verheiratet mit Christoph Ludwig Lochner von Hüttenbach, bambergischer Oberamtmann in Waischenfeld und Hollfeld.

Über der nördlichen Loge ist das Wappen des Erbauers der Kirche, Christoph Ludwig von Oberaufseß und seiner Gemahlin (geb. von Stiebar), zu sehen. Im Altarraum befinden sich drei barocke Grabsteine von Angehörigen des Hauses Aufseß (1683,1689 ,1734). In die südliche Wand des Kirchenschiffes ist da beachtliche Epitaph des Kreuzfahrers Albrecht von Aufseß von 1356 eingelassen, ausgezeichnet durch schmuckvolles heraldisches Beiwerk mit Jerusalemkreuz und Schwert.

Epitaph des Kreuzfahrers  Albrecht von Aufseß (1356)An der südlichen Außenseite der Kirche sind ein stark verwittertes Bildnisepitaph des 14. Jahrhunderts und das neugotische Grabdenkmal für den 1872 verstorbenen Hans von Aufseß mit seiner Büste, ein Werk des Bildhauers Feuerlein von 1874, erwähnenswert.

Unter dem Altarraum der Kirche befindet sich die seit 1733 genutzte Familiengruft, als letzter wurde hier 1872 Hans von Aufseß bestattet.