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Das Geschlecht derer von Aufseß

Der Sage nach reicht die Geschichte des fränkischen Adelsgeschlechts von Aufseß bis ins Jahr 1007 zurück, als ein Ritter Heinrich von Ufsaze mit König Heinrich, dem späteren Kaiser Heinrich II., ins Frankenland gezogen sein soll. Dort gründete König Heinrich das Bistum Bamberg und die Burg Aufseß war möglicherweise Teil eines Schutzgürtels, um das junge Bistum gegen Einfälle aus dem Osten zu schützen.
Die erste sichere Erwähnung stammt aus dem Jahr 1114, als ein "liber homo" Herolt de Ufsaze, ein freier Herr also, als Treuhänder des Bamberger Stifts St. Jakob genannt wird.

Der Name Ufsaze kommt von "auf dem Felsen sitzen" und nimmt auf die beherrschende Lage des Bergfriedes Bezug.
Die heutige Schreibweise "Aufseß" taucht bereits 1301 in einer Urkunde auf.

1695 wurden die beiden Söhne des Hans Wilhelm von Aufseß, die zur katholischen Kirche übergetreten waren und in kurbayerischen bzw. kaiserlichen Diensten standen, in den erblichen Reichsgrafenstand (Ein Reichsgraf ist ein Inhaber einer Grafschaft, die unmittelbar dem Kaiser unterstand und sonst keiner anderen Obrigkeit unterworfen war.) erhoben. Die Grafenfamilien starben aber bereits 1745 aus.
Am 24.11.1714 wurde Carl Siegmund der Ältere, der Gründer des Familienfideikommisses und Statthalter des Bistums Bamberg mit seinem Bruder und seinen Vettern sämtlicher Linien durch Kaiser Karl VI. in den Reichsfreiherrenstand erhoben.

1791 trat der verschuldete Markgraf Karl Alexander seine seit 1769 in Personalunion regierten Fürstentümer Ansbach und Bayreuth gegen finanzielle Entschädigung an Preussen ab. Sofort wurden in diesem nun preussischen Provinzen die landesherrlichen Ansprüche intensiviert, der Druck auf die reichsritterschaftlichen Enklaven, zu denen ja auch Aufseß zählte, wurde stärker und stärker. 1796 wurde Aufseß trotz heftigen Widerspruchs der damaligen Herren von Preussen besetzt, fast alle Reichsritter im Fürstentum Bayreuth huldigten dem König von Preussen. Als letzte der fränkischen Ritterschaft leisteten Friedrich Wilhelm und Veit Carl von Aufseß 1799 durch einen Stellvertreter in Bayreuth den Untertaneneid. Ihre Reichsunmittelbarkeit und Halsgerichtsbarkeit war damit beendet.
Bereits 1803 gelangte Aufseß durch eine Grenzkorrektur von Preussen an das Kurfürstentum Bayern, das am 1.1.1806 Königreich wurde. Im Jahr 1806 endete auch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation; Kaiser Franz II. legte die Krone des Reiches nieder. Durch bayrisches Gesetz erhielten die Aufseß 1812 ein Patrimonialgericht II. Ordnung mit dem Recht zur Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit, des Hypothekenwesens und der niedrigen Polizei.

Die Aufseß wurden am 18. Januar 1813 in die bayerische Freiherrenklasse immatrikuliert und erhielten am 28. November 1882 die Genehmigung, sich mit allen Familienangehörigen Freiherr von und zu Aufseß zu nennen.

13. Bayrisches Regiment in UnteraufseßZum Schutz gegen die Gefahr eines drohenden Bauernaufstandes kam im März 1848 auf Requisition des Gutsherren Hans von Aufseß eine Abteilung des 13. Bayrischen Regiments nach Unteraufseß. Zum Schutz gegen die Revolution wurde im Sommer 1848 eine von Aufsesser Einwohnern und Juden bestehende Kompanie von 80 Mann gebildet, welche ihre Feuerschlossmusketen aus dem Zeughaus Nürnberg erhielten und von dem damals 23-jährigen Otto Freiherr von Aufseß kommandiert wurden. ()Zuschauer auf dem Bild waren Hans der IX. von Aufseß und Förster Fuchs).

Kompanie von Aufsesser Einwohnern und Juden1848 wurde schliesslich auch das feudale Relikt der Patrimonialgerichtsbarkeit beseitigt, dazu kam die Ablösung der bäuerlichen Lasten, d.h. die Bauern wurden von der Verpflichtung zur Leistung von Zehnten, Gülten und Frondiensten entbunden.

Die Aufseß gehören zu den edelfreien, uradligen Geschlechtern mit ursprünglich eigener Gerichtsbarkeit.